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Parlamentarischer Abend des GEFA e.V.: Marktöffnung braucht Kontinuität und verlässliche Exportförderung

Franz Xaver Ladenburger (Heimatsmühle), MdB Hermann Färber, Jan-Bernd Stärk (GEFA), PStin Silvia Breher (BMLEH), Thomas Dosch (Premium Food Group)
© GEFA e.V.

Berlin, 23. September 2026

 

Deutsche Agrar- und Ernährungswirtschaft begrüßt Neuausrichtung der BMLEH Exportförderung – Planungssicherheit für langfristige Marktöffnung und Markterschließung unbedingt erforderlich.


Offene Märkte, konkrete Marktzugänge und eine verlässliche Exportförderung sind entscheidende Voraussetzungen für die internationale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Agrar- und Ernährungswirtschaft. Diese Botschaft stand im Mittelpunkt des 11. Parlamentarischen Abends der German Export Association for Food and Agriproducts (GEFA e.V.) unter dem Titel Freihandel im Wandel in der Deutschen Parlamentarischen Gesellschaft.


Rund ein Drittel der deutschen Agrar- und Lebensmittelproduktion geht in den Export. Für viele Unternehmen ist das Auslandsgeschäft damit kein Zusatzgeschäft, sondern wesentlicher Bestandteil ihres Geschäftsmodells. Gleichzeitig verändern geopolitische Konflikte, Handelshemmnisse und zunehmende regulatorische Anforderungen die Bedingun-gen auf den internationalen Märkten.


Die GEFA und ihre Mitgliedsverbände begrüßen deshalb ausdrücklich die Neuausrichtung und Weiterentwicklung der Exportförderung durch das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH). Die Erschließung neuer Märkte, konkrete Marktöffnungen, die Unterstützung der Unternehmen bei der Geschäftsanbahnung und die Präsenz auf wichtigen internationalen Fachmessen setzen aus Sicht der GEFA die richtigen Schwerpunkte.


Dabei reicht gerade im Agrar- und Lebensmittelbereich eine politische oder handelspolitische Marktöffnung allein häufig nicht aus. SPS-Verhandlungen, veterinär- und pflanzengesundheitliche Zertifikate, Zulassungsverfahren und technische Anforderungen entscheiden darüber, ob Unternehmen einen neuen Markt tatsächlich beliefern können. Gerade für kleine und mittlere Unternehmen sind anschließend Marktinformationen, Unternehmerreisen, Kontakte zu Importeuren und internationale Fachmessen wichtige Türöffner. Diese Instrumente wirken. Sie brauchen aber Verlässlichkeit und Kontinuität, erklärte GEFA-Sprecher Jan-Bernd Stärk.


Die GEFA schätze dabei ausdrücklich den offenen und konstruktiven Dialog mit den neuen Verantwortlichen im BMLEH und die Bereitschaft, gemeinsam an konkreten Marktöffnungen und den Herausforderungen der Unternehmen zu arbeiten. Zugleich machte Stärk deutlich, dass erfolgreiche Marktöffnung und Markterschließung langfristige Prozesse sind: Eine erfolgreiche Exportförderung ist eine Investition in die internationale Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen und unseres Standortes. Gerade weil Marktöffnung und Markterschließung langfristige Prozesse sind, brauchen wir Kontinuität, Planungssicherheit und eine verlässliche finanzielle Grundlage über das laufende Jahr hinaus.


Exportförderung leistet aus Sicht der GEFA zugleich einen Beitrag zur Resilienz. Diversifizierte Absatz- und Beschaffungsmärkte reduzieren Abhängigkeiten und helfen Unternehmen, auf geopolitische Spannungen, Handelskonflikte und Nachfrageeinbrüche zu reagieren. Offene und diversifizierte Märkte sind damit kein Gegensatz zu Resilienz, sondern ein wesentlicher Bestandteil davon.

 

Den wissenschaftlichen Impuls des Abends gab Prof. Dr. Thomas Kopp von der Justus-Liebig-Universität Gießen mit seiner Keynote Offener Handel in einer unsicheren Welt – Agrarhandel zwischen Exportchancen, Resilienz und geopolitischen Risiken. Erfahrungen aus der Unternehmenspraxis brachten Franz Xaver Ladenburger, Max Ladenburger Söhne Heimatsmühle, und Thomas Dosch, Premium Food Group, ein. Schirmherr des Parlamentarischen Abends war Hermann Färber MdB, Vorsitzender des Ausschusses für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat des Deutschen Bundestages. Gemeinsam mit der Parlamentarischen Staatssekretärin beim BMLEH Silvia Breher brachte er die politische Perspektive in den Austausch über die zukünftigen Rahmenbedingungen für die deutsche Agrar- und Ernährungswirtschaft ein.